Marco Polo

In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Kennerspiel Marco Polo für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren 
Spieldauer: ca. 40–100 Minuten 
Personenanzahl: 2–4 Spieler 
Illustrator / Illustratoren: Dennis Lohausen
Autor / Autoren: Simone Luciani, Daniele Tascini
Verlag: Z-Man Games

Reise durch Städte und ernte Reichtum und Ruhm.

Marco Polo.

Auf den Spuren von Marco Polo - Hier starten wir mit etwas Geschichte- 

Marco Polo war ein venezianischer Kaufmann und Reisender aus dem 13. Jahrhundert. Er wurde um 1254 geboren und ist vor allem dafür bekannt, dass er eine lange Reise von Europa bis nach Asien unternahm – zu einer Zeit, in der das für Europäer extrem ungewöhnlich war.

Gemeinsam mit seinem Vater und seinem Onkel reiste er entlang der Seidenstraße bis nach China, wo er viele Jahre am Hof des mongolischen Herrschers Kublai Khan verbracht haben soll. Dort lernte er fremde Kulturen, Städte und Handelswege kennen, die in Europa damals kaum jemand kannte.

Berühmt wurde er vor allem durch seine Reiseberichte, die später als Buch veröffentlicht wurden (oft als „Die Wunder der Welt“ bekannt). Darin beschreibt er Städte, Reichtümer und Bräuche aus Asien – für die Menschen in Europa klang das damals teilweise unglaublich.

Auch wenn sich bis heute nicht alles zweifelsfrei belegen lässt, gilt Marco Polo als einer der bekanntesten Entdecker und hat das Bild von Asien in Europa stark geprägt und wir werden in diesem Spiel eingeladen ein bißchen seine Spuren nachzuverfolgen.

Worum geht es bei Marco Polo ? 

Manchmal braucht es kein großes Spektakel, abgefahrene Miniaturen, wie bei Twilight Imperium oder Scythe oder eine Unmenge von Karten, wie bei Terraforming Mars. Auf den Spuren von Marco Polo ist ein Kennerspiel das ziemlich eindrucksvoll zeigt, dass ein Brettspiel durch gute Ideen begeistern kann. Würfel, Reisen, Handel – klingt erstmal klassisch, spielt sich aber überraschend anders. Wirklich ein guter Zock und angenehm zu spielen.

Schon in der ersten Runde merkt man: Hier geht es nicht um Glück, sondern auch darum, aus seinen Möglichkeiten das Maximum herauszuholen.

Worum geht’s?

Ihr schlüpft in die Rolle von Reisenden auf den Spuren von Marco Polo. Ziel ist es, durch geschicktes Einsetzen eurer Würfel Aufträge zu erfüllen, Handelsrouten aufzubauen und euch Vorteile zu sichern.

Jeder Spieler hat dabei eine eigene Fähigkeit, die oft so stark ist, dass sie die eigene Spielweise komplett verändert. KOnkret bedeutet das, spielt euren Reisenden nach seinen Stärken aus. Das sorgt dafür, dass sich jede Partie ein Stück verändert und keine Langeweile aufkommt.

 

Niccolo und Marco Polo als zu spielender Character
Brettspiel mit bunten Spielfiguren auf einem  Spielbrett. Fotoquelle: BGG

Spielaufbau.

Der Spielplan zeigt eine Karte mit verschiedenen Städten und Handelsrouten. Dazu kommen Aktionsfelder, auf denen ihr eure Würfel einsetzt.

Jeder Spieler bekommt:

  • Eine Charakterkarte mit Spezialfähigkeit
  • Würfel als Aktionsmarker
  • Startressourcen

Dazu kommen Auftragskarten, Gold, Kamele und weitere Elemente, die im Spielverlauf wichtig werden.

Der Aufbau ist übersichtlich und schnell erledigt – hier wird man nicht lange aufgehalten und kann direkt losspielen. Auch die Spielregeln halten sich in Grenzen. 

Stadtkarte mit einem roten Würfel und einer Ressourcenkarte
Fotoquelle: BGG

Wie funktioniert das Spiel? - Spielmechanik.

Marco Polo ist im Kern ein Würfel-Einsetzspiel. Jeder Würfel steht für eine Aktion, die ihr ausführen könnt.

Das Besondere: Die Augenzahl eurer Würfel bestimmt, wie stark eure Aktion ist. Ein hoher Würfel bringt euch mehr, ist aber nicht immer flexibel einsetzbar. Ein niedriger Würfel ist schwächer, dafür oft leichter unterzubringen.

Typische Aktionen sind:

  • Ressourcen sammeln
  • Reisen auf der Karte
  • Aufträge erfüllen
  • Geld verdienen

Besonders spannend wird es durch die Einschränkungen auf den Aktionsfeldern. Manche Felder können nur begrenzt genutzt werden, andere kosten extra, wenn sie schon belegt sind. Dadurch entsteht ein ständiges Abwägen: Zahle ich mehr, um die Aktion trotzdem zu bekommen – oder ändere ich meinen Plan?

Die Reisen auf der Karte sind ein weiterer wichtiger Bestandteil. Neue Städte bringen Vorteile, Einkünfte oder bessere Möglichkeiten. Wer hier gut plant, baut sich nach und nach eine starke Position auf.

 

Endwertung

Am Ende zählen vor allem:

  • Erfüllte Aufträge
  • Erreichte Städte und deren Boni
  • Gesammeltes Geld und Ressourcen (in begrenztem Maß)

Der größte Punktelieferant sind in der Regel die Aufträge. Wer hier konsequent arbeitet, hat oft die Nase vorn

Zielkarten, gelber Würfel Fotoquelle: BGG

Fazit für Auf den Spuren von Marco Polo von Z-MAN-Games.

Auf den Spuren von Marco Polo ist ein Kennerspiel, das nicht über spektakuläre Effekte verfügt, sondern über eine gute Idee und ein durchdachtes Design zu gefallen scheint. Gerade darin liegt seine Stärke. Es entfaltet  schon nach kurzer Zeit eine bemerkenswerte Spannung und auch der Spielspaß kommt nicht zu kurz.

Besonders gelungen ist die Würfelmechanik, die wirklich schön kniffelige Entscheidungen erzwingt. 

Ein weiterer großer Pluspunkt sind die unterschiedlichen Charaktere. Sie sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern verändern die Herangehensweise an das Spiel teils grundlegend. Das erhöht den Wiederspielreiz deutlich und sorgt dafür, dass man sich immer wieder neu auf die Partie einstellen muss.

Auch die Interaktion am Tisch kommt nicht zu kurz. Aktionsfelder sind begrenzt, und wer zu spät kommt, muss oft Umwege gehen oder zusätzliche Kosten in Kauf nehmen. Dadurch entsteht ein subtiler Wettstreit, der das Spielgeschehen interessant macht und hält.

Natürlich ist Marco Polo kein perfektes Spiel. Der Glücksfaktor durch die Würfel kann in einzelnen Momenten spürbar nerven, abeer das ist nunmal auch ein gewisser Reiz und macht mit coolen Leuten auch viel Spaß. Das Thema bleibt eher im Hintergrund – mechanisch funktioniert alles hervorragend, atmosphärisch hätte es aber etwas mehr sein dürfen.

Unterm Strich ist Auf den Spuren von Marco Polo jedoch ein sehr rundes Kennerspiel, das uns überzeugt. Es fordert Entscheidungen, ohne zu überfordern, und bietet genug schwierige Entscheidungsmomente, um auch immer wieder gerne aus dem Schrank zu schlüpfen. Wer strategische Spiele mit einem guten Maß an Interaktion und Variabilität schätzt, wird hier lange Freude dran haben. Wir haben es bisher 3x gespielt und jedes MAl richtig Spaß gehabt.

 

Vorteile

  • Klare, elegante Spielmechanik
  • Unterschiedliche Charaktere sorgen für Abwechslung
  • Hohe Interaktion durch begrenzte Aktionsfelder
  • Schnell erklärt, aber auch ziemlich strategisch 
  • Gute Mischung aus Planung und notwendiger Flexibilität

Nachteile

  • Glücksfaktor durch Würfel vorhanden
  • Manche Charaktere wirken stärker als andere
  • Das Thema ist über die Mechanik gestülpt worden
  • Kann bei Grüblern etwas dauern

Tipp vom Kultisten Fabbi:

Marco Polo ist ein echt cooles Game. Es weiß zu gefallen und bringt auch den Wettkampfgedanken nach vorne - irgendwie! Um euch den Einstieg zu optimieren kommen hier meine Tipps: 

Ein paar Dinge machen den Einstieg deutlich leichter. Versuche vor allem, deine Würfel sinnvoll einzusetzen. Klar, hohe Werte sind stark – aber oft ist es wichtiger, überhaupt eine passende Aktion machen zu können, statt krampfhaft auf den perfekten Zug zu warten.

Auch deine Reisen solltest du nicht auf die lange Bank schieben. Wer früh gute Städte erreicht, profitiert davon meist das ganze Spiel über. Diese Vorteile summieren sich schneller, als man denkt.

Geld wirkt anfangs vielleicht unscheinbar, ist aber extrem wichtig. Viele Aktionen kosten extra, und ohne genügend Münzen kommst du schneller an deine Grenzen, als dir lieb ist.

Und ganz entscheidend: Schau nicht nur auf dein eigenes Spiel. Die Aktionsfelder sind begrenzt, und wenn du zu lange zögerst, schnappt dir jemand anderes genau das weg, was du eigentlich gebraucht hättest. Timing ist hier oft genauso wichtig wie Planung

2–4

SPIELER

120

BGG-Ranking

3.18/5

KOMPLEXITÄT

Diese Kultisten haben Marco Polo gespielt:

 Fabbi

Stadtreisender.

Michael

Resourcenmanager. 

Bernhard

Unser Marco Bernhard.

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