
Dune Uprising
In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Expertenspiel Dune Uprising für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.
Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Spieldauer: 60 - 120 Minuten
Personenanzahl: 1–6 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Clay Brooks u. a.
Autorin / Autor: Paul Dennen
Verlag: Dire Wolf

Oh, Arrakis, wie liebe ich dich!
Dune Uprising im Test
Dune ist das uneheliche Kind der Wüste Gobi und der Sahara. Hier lauern an jeder Ecke Gefahren, Intrigen und Ränkeschmiedereien. Jeder will hier jedem an die Gurgel und dennoch gibt es für mich keinen schöneren Ort. Warum erfährst du jetzt. Los geht's!
Meine Geschichte mit Dune:
Bewegender als ein Sandsturm – Dune Uprising.
Dune – der Wüstenplanet hat mich bereits vorher beschäftigt. Ich habe die Triologie von Frank Herbert verschlungen und war gehypted, als der erste, der bisher zwei Filme 2021 erschien. In Anlehnung an Dune „Part one“, brachte Legendary und Dire Wolf die Spieladaption auf den Markt. Wie gut kann so etwas schon sein?
Die Antwort: überwältigend gut. Ja, ich habe bereits Dune Imperium gespielt, mir die Erweiterungen Rise of Ix und Immortality zugelegt. Weitergespielt. Mir ein wunderschönes Insert gegönnt. Noch mehr gespielt. Und mich gefreut, dass ich alles komplett hatte und war mir sicher, dass ich jetzt restlos glücklich bin. Und dann kam Dune Uprising. Leck mich am Ar***!
Ja, ich war sauer, wie ein wasserbeträufelter Sandwurm. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich gerade erfolgreich die spielmechanische Oberfläche der Möglichkeiten angekratzt habe, kommt eine neue Variante, die sich an den zweiten Film „Dune Part two“ anlehnt (der, by the way, weitaus schlechter war als der erste Teil). Was machte ich damit? Das, was vermutlich viele erst einmal getan haben: bockig die Hände verschränken und plärren: „Nö – kauf ich nicht!“
Und dann kam mein Geburtstag: großer Auftritt Fabbi, mit einem verhängnisvollen Paket unterm Arm).

Spielablauf und Mechaniken bei Dune Uprising
Ihr könnt es euch denken, was drin war. Und was dann mit viel Begeisterung zeitnah auf den Tisch kam. Dune Uprising ist in sehr vielen Abläufen und Einsatzfeldern mit seinem Vorgänger Dune Imperium identisch. Die Erweiterungen sind kompatibel, aber bei weitem nicht so notwendig, wie für den Vorgänger. Grundsätzlich wirkt das Spiel in seiner Grundvariante jetzt viel ausgeglichener. Für alle, die noch nicht in den Genuss eines der kompetitivsten Brettspiele unserer Zeit gekommen sind, will ich einmal ausholen.
Dune Uprising kombiniert einen Worker Placement Mechanismus mit einem kartengetriebenen Engine Builder. Anfangs haben wir zwei Agenten, die wir auf die zahlreichen Felder des Spielplans einsetzen können, wobei noch nicht alle verfügbaren Felder in Frage kommen. Durch den Einsatz der Agenten, erhalten wir Ressourcen (Spice, Wasser, Solaris), Ansehen in einer der vier vorherrschenden Fraktionen auf Dune, Truppen für den Kampf am Ende einer jeden Runde und Intrigenkarten, die uns spannende Optionen im Laufe des Spiels bieten. Wir werden außerdem unter bestimmten Voraussetzungen Aufträge nehmen können, die uns für die dort aufgeführten Aktionen belohnen.
Am Ende jeder Runde dürfen wir dann für den von uns aufgedeckten Einfluss neue Karten aus der Ablage erstehen, die unser Deck verstärken. Dadurch verändern sich die Voraussetzungen in jeder Runde.


Dune Uprising: ausgesprochen eingängig.
Das klingt alles nach sehr viel. Das Regelwerk ist aber überschaubar und die Karten und deren Symbolik so selbsterklärend, dass auch Neulinge das Spiel innerhalb von zwei Runden problemlos verstehen und in einen wunderbaren Flow kommen. Denn Dune Uprising ist nur zu einem gewissen Teil planbar. Am Ende müssen wir in jeder Runde neu justieren und nehmen, was wir kriegen können.
Das Besondere bei Dune Uprising:
Neben den beiden Agenten, die ich zu Anfang in die Weiten des Wüstenplaneten aussenden kann, ist es möglich bis zu drei meiner Spione auf speziellen Feldern zu verteilen. Diese sind mit regulären Agentenfeldern verknüpft und eröffnen mir genau zwei Optionen. Wenn ich meinen Agenten auf ein Agentenfeld setze, darf ich den damit verknüpften Spion zurücknehmen und eine Karte von meinem Nachziehstapel ziehen. Wenn das Agentenfeld bereits durch einen meiner Mitspieler besetzt ist, darf ich den angrenzenden Spion zurückrufen und meinen Agenten auf das bereits belegte Feld dazusetzen. Das klingt profan, kann den Spielverlauf aber entscheidend beeinflussen.

Dune Uprising: Das Geheimnis der Karten.
Jede Karte bei Dune Uprising ist prinzipiell gleich aufgebaut und kann auf zweierlei Weisen ausgespielt werden. Dazu ist es wichtig, zwischen den beiden Hauptphasen innerhalb meiner Runde zu unterscheiden: dem Agentenzug und dem Aufdeckzug. Im Agentenzug spiele ich eine Karte aus und setze meinen Agenten auf ein Feld des Spielplans, dessen Symbol sich auch am linken Rand meiner Karte wiederfindet. Dann handle den Effekt im hellbraun unterlegten Feld ab.
Das ist am Anfang eher wenig bis nichts. Später können sich aber starke Zusatzaktionen oder Synergien entwickeln. Dann setze ich um, was auf dem Feld für mich möglich ist. Das kann vom besetzten eines Platzes im hohen Rat, über das generieren von Aufträgen, bis hin zum halsbrecherischen Einsatz von Sandwürmern im nahenden Konflikt alles sein.
Im Aufdeckung spielen wir die verbliebenen Karten aus, um mit deren Einfluss neue Karten von der Imperium-Auslage zu akquirieren oder unsere Truppen zu stärken. Aber auch in dieser Phase ermöglichen wir uns mit neuen Karten raffinierte Winkelzüge.

Der entscheidende Siegpunkt schlummert hinter der nächsten Düne.
Dune Uprising ist ein Rennen, sobald ein Spieler den zehnten Punkt auf der Leiste erreicht, löst er das Spielende aus – das sogenannte Finale. Siegpunkte bekomme ich für Einfluss in den vier Fraktionen, durch verschiedene Karten und vor allem durch Siege bei den Gefechten am Ende jeder Runde. Wobei die Aussicht auf Siegpunkte bei Dune Uprising von Runde zu Runde steigt. Sollte das Spielende nicht durch den zehnten Siegpunkt ausgelöst werden, endet das Spiel nach der Abhandlung der letzten Konfliktkarte. Letzteres ist allerdings bisher noch nie passiert.
Dune Uprising ist in jeder Konstellation ein Genuss.
Ob alleine gegen den Kontrahenten, zu zweit mit Hinzunahme des Haus Hagal, zu dritt, zu viert oder sogar zu sechst in einem epischem Teambattle – Dune Uprising geht immer und in wirklich vielen Spielerstärken. Mein Favorit ist hier das Spiel zu viert. Das ist übrigens auch die Meinung von Board Game Geek.
Fazit für Dune Uprising
Vollkommen egal, ob ihr so wie ich, Dune-Jünger seid oder noch keine Berührungspunkte mit dem unwirtlichen Planeten hattet – als Brettspiel ist Dune Uprising als würdiger Nachfolger von Dune Imperium eine absolute Wucht, bei der es von Anfang bis Ende kribbelt. Das schaffen nur wenige Spiele. Dabei ist die Downtime auch bei sechs Personen angenehm gering. Diese Mischung aus Deckbuilding und Worker-Placement, die jederzeit kniffligen Entscheidungen, die Momente in denen die von mir gespielte Intrigenkarte die Erwartungen meines Kontrahenten pulverisiert, ach ja … ich sollte jetzt aufhören, sonst komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Insgesamt ein großartiges Expertenspiel!
Tipp vom Kultisten Michael:
Zuerst mal will ich die wichtigste Frage beantworten: Dune Imperium oder Dune Uprising? Zweiteres. Denn hier stimmt die Balance noch ein wenig besser, als bei Dune Imperium. Und das ist auch mein Tipp. Achtet auf selbige, gerade, wenn es darum geht euer Deck zu bauen. Es ist wichtig flexibel zu bleiben und in Agentenzügen die nötigen Feldsymbole vorweisen zu können. Denn was nützt der schönste Sandwurm-Einsatz-Plan, wenn ich kein gelbes Dreieck habe? Dabei ist es auch ratsam das Deck nicht zu sehr vollzustopfen, sonst kommen die guten Karten seltener. Zweiter Tipp? Gerne: Intrigenkarten sind der Shit und schaffen es in verlässlicher Regelmäßigkeit das Pendel zur einen oder anderen Seite ausschlagen zu lassen. Das Schönste daran ist das passiv-aggressive Hervortreten der Halsschlagader des betroffenen Kontrahenten. Lieben Gruß geht raus an Fabbi.

1–6
SPIELER
13+
ALTER
3.52/5
KOMPLEXITÄT
Diese Kultisten haben Dune Uprising gespielt:
Fabi

Startet eine großangelegte Intrige gegen sämtliche Intrigenkarten.
Michael

Spielt Dune zu jeder Tages- und Nachtzeit: Im Spice seines Angesichts.
Bernhard

Sucht im hohen Rat nach der passenden Strategie.






