
Tekhenu
In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Expertenspiel Tekhenu für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.
Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
Spieldauer: 90 - 120 Minuten
Personenanzahl: 1–4 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Miguel Coimbra
Autorin / Autor: Dávid Turczi, Daniele Tascini
Verlag: Board & Dice

Gewogen, und nicht für zu leicht befunden.
Tekhenu im Test
Eins vorweg: Ich war damals nicht persönlich dabei. Doch das Leben im alten Ägypten war sicherlich alles andere als unkompliziert. Woher ich das weiß? Vor allem durch den Spieleabend mit Tekhenu. Denn auch, wenn ich verstanden habe, worum es in meiner Rolle als Stadthalter geht, besteht die Schwierigkeit darin – heute, wie damals – welchen Gott ich zu welcher Zeit am besten ehre.
Die Götter mögen uns gnädig sein
Willkommen in Tekhenu
Tekhenu hat im Herzen einen spannenden Würfelauswahlmechanismus über den wir sämtliche Aktionen im Spiel triggern. Der Mechanismus ist dabei tatsächlich ungesehen und erzeugt bei uns nach anfänglicher Skepsis eine Vorgehensweise bei der Planung, die wir spannend finden. Was Tekhenu allerdings zu einem echten Expertenkracher macht, ist die Vielfalt der Aktionen, die mit dem Huldigen der jeweiligen Gottheit auf dem Spielplan einhergeht. Und eigentlich dürfte wir dankbar sein, dass sich Daniele Tascini und David Turczi dazu entschieden haben von den ca. 1.500 Gottheiten, die damals verehrt wurden, nur sieben Stück ins Grundspiel mit aufzunehmen. Durch die Erweiterung könnt ihr das Ganze noch um Seth (die Gottheit des Chaos) ergänzen.

Bedeutung der Würfel bei Tekhenu
Bei Tekhenu müssen wir verfügbare Würfel auswählen und für unsere Zwecke einsetzen. Wir nehmen uns zum Beispiel eine braune fünf, mit der wir entweder eine Gottesaktion ausführen, die entsprechenden Ressourcen produzieren oder seinen Wert mit Hilfe eines Schreibers verändern (und dann eine der beiden Möglichkeiten ausführen). Dabei bestimmt der stetig wandernde Schattenwurf des Sonnenobelisken darüber, ob die Würfel rein, verdorben oder gar verboten sind und wie es um eure Seelenwaage steht, wenn Maat ihr Urteil über euch fällt.
Und wenn wir uns die Gottesaktionen vornehmen, dann finden wir den Quell der Komplexität in diesem Spiel. Denn davon, gibt es viele. Wir können Werkstätten oder Bergwerke bauen, um unsere Ressourcenproduktionskapazität zu erhöhen. Wir können Statuen bauen, die uns dort, wo sie dann stehen, einen Vorteil verschaffen. Wir können Säulen zur Tempelanlage beitragen, Behausungen um den Tempel herum bauen, um die Anzahl der Winwohner zu erhöhen, die Zufriedenheit steigern und zu guter Letzt auf Basis der Zufriedenheit Karten aus einer Auslage ziehen und ausspielen.
Mit den Würfeln Ressourcen, wie Granit, Sandstein, Brot oder Papyrus zu produzieren ist da definitiv das langweiligste, wenn auch hin und wieder notwendig.
Eine spezielle und wertvolle "Ressource bei Tekhenu" sind die Schreiber, die uns mehr Flexibilität hinischtlich des Würfelwertes oder der Aktionswahl geben.


Statuen, Säulen, Werkstätte und Unterkünfte
Im Laufe des Spiels werden wir uns also entscheiden müssen, welche Aktionen für uns die punkteträchtigsten sind. Dabei können wir nie aus allen Aktionen wählen, weil uns entweder die jeweiligen Würfel als verboten angezeigt werden, oder wir uns für die gewünschte Aktion zuerst die passendemn Ressourcen beschaffen müssen. Ein typische Eurogame also. Und ja – auch das Spielertableau greift bekannte Mechanismen auf. Indem wir Gebäude oder Stauen bauen, schalten wir für die insgesamt zwei Wertungen im Spiel Siegpunmkte frei – das kennen wir so ähnlich von Barcelona. Ein guter Anhaltspunkt für Strategien können. im Übrigen die zwei Dekretekarten sein, aus denen wir uns am Anfang eine aussuchen. Später im Spiel haben wir die Möglichkeit noch mehr davon zu bekommen, was durchaus erstrebenswert ist.
Jeder hat eine limitierte Anzahl von Zügen uns muss das Beste für sich rausholen. In Kombination mit Würfeln hat das durchaus Anleihen von die weiße Burg. Dabei gilt: nachem der letzte in der Zugreihenfolge zwei Würfel genommen hat, rotiert der Sonnenobelisk. Nach zwei Rotationen, gibt es eine Maat-Phase, in der die von uns gewählten Würfel bewerten werden. Sind wir zu sehr auf die verdorbenen Würfel angesprungen, müssen wir Minuspunkte schlucken und uns in der Zugreihenfolge hinten anstellen. Tekhenu belohnt hier durchaus das Gleichgewicht.
Nach zwei dieser Maat-Phasen, erfolgt die Zwischenwertung und nach der vierten Maat-Phase die Endwertung samt Dekretkarten.

Da dreht sich alles!
Wir sehen den fallusartigen Obelsiken, um den sich das Spiel buchstäblich dreht mit gemischten Gefühlen. Einerseits verleiht er dem Spiel eine außergewöhnliche Optik, die einfach cool daherkommt. Andererseits ist er im Weg, wenn wir einen Blick auf die Würfel dahinter erhaschen wollen.
Verschmerzbar, denn am Ende ist der tätowierte Tower auf dem Spielfeld ne coole Nummer.
Auch die Veränderung der Voraussetzung durch den Wechsel von Licht und Schatten ist ein toller mechanischer Kniff, den wir im Sinne der Planung verinnerlichen sollten.
Was ich bisher noch nicht erwähnt habe, sind die Karten, die uns der Gott Toth zur Verfügung stellt. Hier können wir mit Segen oder Technologien unsere Züge signifikant verbessern. Das kostet uns in der Regel Papyrus, ist aber eigenrtlich immer stark (außer, ihr vergesst sie zu spielen, so wie Fabbi) -> Grüße! ;)

Pros für Tekhenu:
Das spricht dafür:
- tolle Obelisken-Optik
- spannendes Thema für geschichtlich Interessierte
- viele Möglichkeiten seine Würfel zu nutzen
- Wiederspielwert durch manigfaltige Strategien rund um den Tempelbau
- gutes Maß an Interaktion
Contras für Tekhenu:
Das spricht dagegen:
- Obelisk kann etwas nerven durch das Verdecken der anderen Seite
- viele, viele Möglichkeiten, die das Spiel nicht intuitiv machen
- manche Aktionen sind offenkundig stärker als andere
Fazit für Tekhenu
Tekhenu ist ein sauberes Spiel. Gut durchdacht und schön designt. Es stellt jeden Spieler vor ein großes Rätsel: "Wie soll ich als kleiner Stadthalter die großen Götter angemessen ehren und die Tempelanlage glanzvoll aufbauen?" Es macht wirklich Spaß, sich diesem Rätsel abendfüllend zu stellen. Dabei ging die zweite Partie durchaus fix. Nach einer kleine Regelauffrischung hatten wir eine netto-Spielzeit von knapp zwei Stunden. Da hält uns ein Seti wesentlich länger bei der Stange. Ich finde das Thema super, wenngleich ich weiß, dass Tempelanlagen und Gottheiten ehren sicher nicht für jeden etwas ist. Wir hatten eine gute Zeit und können Tekhenu, sofern ihr bereit seid euch einmal durch die Regeln zu beißen, vorbehaltlos empfehlen.
Tipp vom Kultisten Michael:
Tekhenu ist ein Mangelspiel, das umsichtige Planung belohnt. Ihr müsst euch am besten von Anfang an bewusst sein, was ihr bis zur ersten Zwischenwertung bereits fertig haben wollt. Auch das Timing in den Zügen ist entscheident. Baut ihr zuerst eine Unterkungft oder eine Säule? Erhöht ihr erst eure Produktionskapazität oder produziert ihr zuerst? Ein kleiner Dreher, kann euch wertvollen Boden um das Wetteifern nach Siegpunkten kosten. Sehr stark in Tekhenu sind definitiv die Karten, die euch entweder mächtige, einmalige Segen der Götter geben oder eine dauerhafte Technologie. Dadurch sind tatsächlich Engines möglich, die euch zum Sieg tragen.
Aber am Anfang geht es. vor allem darum die Zusammenhänge der Götteraktionen zu durchblicken und gut miteinander zu verzahnen.


Die Kultistenwertung für Tekhenu
Tekhenu ist eines der besten T-Spiele von Daniele Tascini und Simone Luciani. Schönes Material und verschiedene Herangehensweisen – dazu ein interessantes Thema – machen Tekhenu zu einem kultigen Expertenspiel.

1–4
SPIELER
426
BGG-Ranking
4.07/5
KOMPLEXITÄT
Diese Kultisten haben Tekhenu gespielt:
Fabbi

Warum?
Michael

Osiris ist mit ihm.
Bernhard

Den Göttern wohlgesinnt.



