Colt Express

In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Familienspiel Colt Express für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.

Altersempfehlung: Ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 - 40 Minuten
Personenanzahl: 2–6 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Jordi Valbuena
Autorin / Autor: Christophe Raimbault
Verlag: Ludonaute

Spiel-Logo für Barcelona, mit einer stilisierten Stadtansicht und leuchtenden Farben.

Programmierspiel mit Chaosfaktor - sehr erheiternd.

Colt Express.

Mitten im Wilden Westen, irgendwo zwischen staubiger Prärie und schnaubender Dampflok, liefern sich Gesetzlose in Colt Express ein turbulentes Duell um Beute und Ruhm. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Banditen, der einen fahrenden Zug überfällt. Ziel ist es, möglichst viel Beute an sich zu reißen – seien es Geldsäcke, Schmuckstücke oder der wertvolle Koffer des Zugpassagiers – und dabei den Kugeln der Konkurrenz auszuweichen.

Das Besondere: Die Action findet auf einem dreidimensional aufgebauten Zug statt, durch dessen Waggons und über dessen Dächer sich die Figuren bewegen. Alles wirkt wie eine Szene aus einem klassischen Westernfilm – nur deutlich chaotischer.

Spielablauf.

Vorbereitung:

In Colt Express bestimmt das Szenario, wie eine Partie aufgebaut ist und wie die einzelnen Runden ablaufen. Zu Beginn des Spiels wird eine Szenariokarte ausgewählt oder zufällig gezogen. Diese Karte legt fest, wie viele Runden gespielt werden und welche besonderen Regeln in jeder Runde gelten.

Auf der Szenariokarte ist außerdem angegeben, wie die Planungsphase abläuft. In manchen Runden werden alle Aktionskarten verdeckt gespielt, in anderen müssen einige Karten offen abgelegt werden. Dadurch wissen die Mitspieler manchmal teilweise, was die anderen planen. Es gibt auch Runden, in denen Spieler zwei Karten hintereinander legen oder in denen die Reihenfolge verändert wird. Das sorgt dafür, dass jede Runde etwas anders verläuft.

Das Szenario beeinflusst somit den gesamten Spielrhythmus. Es bestimmt, wie chaotisch oder planbar eine Runde ist und wie viele Aktionen insgesamt stattfinden. Gleichzeitig legt es fest, wann das Spiel endet, denn nach der letzten auf der Szenariokarte angegebenen Runde folgt sofort die Endwertung.

Durch die verschiedenen Szenarien wird jede Partie von Colt Express etwas anders, auch wenn die Grundregeln gleich bleiben. ZUr Übersicht habe ich euch den ungefähren Ablauf einmal zusammengafsst: 

 

Eine Partie besteht aus mehreren Runden, die wiederum aus zwei Phasen bestehen:

 

1. Planungsphase

Alle Spieler legen Aktionskarten verdeckt oder teilweise offen auf einen gemeinsamen Stapel.
Dabei programmieren sie ihre Aktionen in einer bestimmten Reihenfolge.

Typische Aktionen sind:

  • Bewegen
  • Schießen
  • Schlagen
  • Beute aufnehmen
  • Auf das Zugdach klettern

Der Clou:
Man kennt die Aktionen der Mitspieler meist nicht genau, wodurch später chaotische Situationen entstehen können.

 

2. Aktionsphase

  1. Nun wird der Stapel Karte für Karte aufgedeckt und ausgeführt.
    Die Banditen führen ihre Aktionen in der programmierten Reihenfolge aus. Dabei zeigt sich oft:
  2. Ein Ziel ist plötzlich nicht mehr da
  3. Man schießt ins Leere
  4. Man wird vom Zugdach geschubst
  5. Oder der Marshal taucht plötzlich auf

Am Ende des Spiels gewinnt der Spieler mit dem größten Geldwert an Beute

Spielkarten als Aktionssystem:

Das Herzstück von Colt Express ist das Programmier Kartensystem.

Jeder Spieler besitzt eine Hand aus Aktionskarten:

  1. Bewegen – durch den Zug gehen
  2. Klettern – auf das Dach
  3. Schießen – andere Banditen treffen
  4. Schlagen – Gegner vertreiben
  5. Beute nehmen – Geld einsammeln
  6. Marshal bewegen

Besonderheit

Die Karten werden im Voraus geplant, ohne dass sich das Spielbrett währenddessen bewegt. Das führt beispielsweise zu solchen typischen Situationen:

  • Man plant, jemanden zu schlagen – aber der Gegner ist längst weg.
  • Man will Beute klauen – aber ein anderer Bandit ist schneller.

Dieses System sorgt für viel Humor überraschende Wendunge und hohe Interaktion am Tisch.

 

Schießen: 

 

Das Schießen ist ein wichtiger Teil des Spiels.

Wenn ein Bandit schießt:

Er wählt eine Richtung (links oder rechts).

Der nächste sichtbare Bandit wird getroffen.

Das Ziel erhält eine Kugelkarte. Dadurch wird das Deck des Gegners geschwächt, da eine gezogene Kugelkarte den Platz für eine nutzbare Karte wegnimmt. Der Rest ist selbsterklärend, denn dadurch hat der Spieler weniger Aktionen zur Verfügung.

Schießen ist daher eine gute Methode, Gegner zu stören und auszubremsen

 

Zusatzfigur: Der Marschall

Der Marshal ist eine neutrale Figur im Zug und sorgt für zusätzlichen Druck. Dabei hat der Marshal folgende Funktionen: 

 

  • Banditen dürfen nicht im selben Wagon bleiben.
  • Wird ein Bandit entdeckt:
  • Er muss aufs Dach fliehen
  • Er verliert eine Beute

Einige Aktionskarten erlauben es Spielern, den Marshal zu bewegen. Dadurch kann man beispielsweise den Gegner aus dem Wagon vertreiben, oder ihm die Beute abnehmen. 

Der Marshal ist damit ein wichtiges taktisches Werkzeug, aber Vorsicht: Plant seine Züge gut, sonst blockiert er eure Taktik. 

Spielende und Wertung.

Am Ende einer Partie von Colt Express endet das Spiel, nachdem alle vorgesehenen Runden des gewählten Szenarios gespielt wurden. Sobald die letzte Runde abgeschlossen ist und alle programmierten Aktionskarten ausgeführt wurden, beginnt die Endwertung. Dabei zählen alle Spieler den Gesamtwert ihrer gesammelten Beute. Zu dieser Beute gehören Geldbeutel mit unterschiedlichen Werten, Juwelen, Koffer sowie die besonders wertvolle Schatztruhe aus der Lokomotive.

Zusätzlich gibt es noch einen Sonderbonus: Der Spieler, der im Laufe des Spiels die meisten Kugeln auf andere Banditen abgefeuert hat, erhält den Titel „Revolverheld“ und bekommt eine zusätzliche Belohnung von 1000 Dollar. Dieser Bonus kann am Ende noch entscheidend für den Sieg sein.

Gewonnen hat schließlich der Spieler, der insgesamt das meiste Geld besitzt, also den höchsten Gesamtwert aus gesammelter Beute und möglichem Revolverheld-Bonus erreicht

Fazit für Colt Express.

Colt Express ist ein sehr unterhaltsames und zugängliches Familienspiel, das besonders durch sein außergewöhnliches Spielmaterial und den dreidimensionalen Zug auffällt. Das Spiel schafft es, das Thema eines Zugüberfalls im Wilden Westen sehr gut umzusetzen. Durch das Programmieren der Aktionen mit Karten entstehen oft unerwartete und lustige Situationen, weil sich die Pläne der Spieler ständig gegenseitig beeinflussen.

Ein großer Pluspunkt ist die hohe Interaktion zwischen den Spielern. Man schubst Gegner aus Waggons, schießt aufeinander oder versucht, sich gegenseitig die Beute streitig zu machen. Dadurch bleibt das Spiel bis zum Ende spannend und sorgt häufig für viel Gelächter am Spieltisch. Gleichzeitig sind die Regeln relativ einfach zu lernen, weshalb sich das Spiel gut für Familien oder Gelegenheitsspieler eignet.

Allerdings bringt das System auch einen gewissen Glücks- und Chaosfaktor mit sich. Da man seine Aktionen im Voraus plant, können Pläne schnell durch die Aktionen der Mitspieler scheitern. Spieler, die sehr strategische und planbare Spiele bevorzugen, könnten das manchmal als frustrierend empfinden.

Insgesamt überzeugt mich Colt Express durch seinen hohen Spaßfaktor, das originelle Spielkonzept und die starke Atmosphäre. Besonders in größeren Gruppen entfaltet das Spiel sein volles Potenzial und sorgt für eine lebendige und humorvolle Spielerfahrung. Wer den Glückfaktor mag, wird hier auch wirklich seine Freude haben. Probiert es aus. 

 

Vorteile: 

 

  1. Sehr thematisch - Der 3D-Zug und die Aktionen fühlen sich wie eine Filmszene aus einem Western an.
  2. Hoher Spaßfaktor - Durch die Programmierung entstehen ständig lustige Situationen.
  3.  Einfacher Einstieg - Die Regeln sind schnell erklärt und das Spiel ist auch für Gelegenheitsspieler geeignet.
  4. Hohe Interaktion - Spieler greifen sich gegenseitig an, stehlen Beute und sabotieren Pläne.
  5. Variabilität

Jeder Bandit besitzt eine Sonderfähigkeit, die für Abwechslung sorgt.

 

Nachteile

  1. Hoher Glücksfaktor - Durch das verdeckte Programmieren kann viel schiefgehen.
  2. Wenig Kontrolle - Strategische Planung wird häufig durch das Verhalten anderer Spieler zerstört.
  3. Kann chaotisch werden - Bei 5–6 Spielern verliert man manchmal den Überblick.
  4. Wenig Tiefgang für Vielspieler
  5. Strategiefans könnten das Spiel als zu leicht empfinden

 

 

Tipp vom Kultisten Fabbi:

Colt Express ist tatsächlich amüsant. Man kann es auch problemlos mit kleineren Zockern spielen und kann dabei die Regeln einfach ändern oder weglassen. Der 3D- Spielaufbau reizt dazu, mit dem Spiel zu spielen. Daher ist Colt Express ein prima Einsteigerspiel für Programmierspiele und fördert konsequentes Nachdenken. 

Man sollte jedoch auch beim Spielen mit Erwachsenen darauf achten, dass es bis zum Schluss wichtig bleibt klug zu programmieren. Wenn einfach irgendwie Karten gespielt werden nutzt das Niemandem. Dann verliert das Spiel seinen Sinn.

Viel Spaß damit. Ich behalte es für meine Kids im Schrank. 

2–6

SPIELER

10+

ALTER

1.8/5

KOMPLEXITÄT

Diese Kultisten haben Burgen von Burgund gespielt:

 Fabbi

Spielt es gerne mit seinen Kids

Michael

Wäre das Primärziel.

Bernhard

Für ihn wäre ich das Primärziel.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.