Tea Garden

In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Expertenspiel Tea Garden für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 60 - 120 Minuten
Personenanzahl: 1–4 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Andrew Bosley
Autorin / Autor: Tomas Holek
Verlag: Albi

Bunte Illustration eines Teegartens mit Bergen und Wolken im Hintergrund.

Erst mal eine gute Tasse Tee.

Tea Garden im Test

Tee ist pure Faszination und das für viele Menschen. Ich konnte mich für Tee in der Vergangenheit eher nicht so sehr erwärmen. Dabei trinkt meine Frau das Kraut säckeweise, sobald die Temperatur unter 20°C fällt. Jetzt brüht uns der Auto des Spiels SETI dieses Brettspielexemplar frisch auf. Zeit meine Vorliebe für Kaffee einmal hinten an zu stellen und herauszufinden, ob sich Tea Garden genauso langweilig spielt, wie es sich ehrlicherweise anhört.

Er hat es wieder getan:

Das nächste Ding von Thomas Holek.

SETI war der Hypetitel der Messe Essen 2024, Vom Autor des Spiels hatten wir bis dato nichts gehört. Aus guten Grund: SETI war Thomas Holeks Erstlingswerk. Darauf ließ er in kürzester Zeit die Spiele Aquaria und eben Tea Garden folgen. Drei vollkommen unterschiedliche Themen, die er sich da vorgenommen hat. Man könnte meinen, er hat jahrelang vor sich hingebastelt, um dann innerhalb eines Jahres auf den Olymp der Autoren zu steigen. Soviel vorweg: Tea Garden kommt spielerisch nicht an SETI heran. Muss es aber auch gar nicht. Was wir hier haben ist ein thematisch großartig verzahntes Eurogame, dass Kenner und Liebhaber guter Euros mit der Zunge schnalzen lässt, wie beim Genuss einer guten Tasse Tee. Selbstverständlich.

Brettspiel-Setup mit mehreren Spielbereichen und Karten auf einem Tisch.

Spielablauf bei Tea Garden

Tea Garden beginnt seicht. Auch Tee muss erst ein paar MInuten ziehen, bis sich der Geschmack entfaltet. Wir haben ein Handkartendeck, dass anfangs noch ziemlich schwach ist. Diese Karten – vier an der Zahl – können wir nutzen, um bis zu vier Züge innerhalb einer Runde auszuführen. Dabei unterscheiden sich die Hauptaktionen in:

  • eine Tee-Pagode bauen, um mehr Tee zwischen den Runden zu ernten
  • Tee direkt ernten
  • Tee fermentieren
  • eine Karte kaufen
  • Tee an die Karawane verkaufen

Diese Aktionen spielen wir in der Stärke, die unsere Karten uns vorgeben. Es kann sein, dass wir dadurch von unseren vier Handkarten auch zwei oder drei abgeben müssen, um die benötigte Stärke zu erhalten. Gleichzeitig ist es durch Symbole auf der obenliegenen Karte Möglich eine Nebenaktion auszulösen.


Nebenaktionen bringen große Vorteile

Wir können uns in der Tee-Akademie betätigen, mit dem Schiff fahren oder Teeschalen sammeln. Das lässt uns nicht nur attraktive Boni abgreifen, sondern wird auch zu einem ungemeinen Punktelieferanten am Ende des Spiels – und es fühlt sich herrlich produktiv an.

Das Brettspiel zeigt eine detaillierte Landschaft mit farbigen Spielfiguren und Ressourcen.
Spieler hält zwei Aktionskarten mit Obst, Nüssen und einem Segelboot, umgeben von Spielbrett.

Tee-Management auf eurem Spielertableau.

Bei Tea Garden werdet ihr viel mit dem Qualitätsmanagement eures Tees zu tun haben. Die Qualitätsstufe eurer Teeblätter verändert sich nämlich in jeder Runde. Während frische, grüne Teeblätter am Ende der Runde an Güte verlieren, steigt brauner, fermentierter Tee in selbiger auf. Das ist wichtig, weil höherwertige Karten mit höherwertigem Tee vergütet werden müssen. Auch wenn wir auf der Kaiserleiste aufsteigen wollen, brauchen wir später die feineren Blätter. Übrigens: Karawanen könnt ihr auch mit dem miesesten Zeug abspeisen – die scheinen von Tee keine Ahnung zu haben. ;)

Karten wirken belebend, wie grüner Tee.

Kommen wir jetzt zu den Karten. Hier kennen erfahrene Deckbuilder sicherlich die Vorgehensweise, sich neue Karten in das Deck zu kaufen. Die kommen allerdings meist erst auf den Nachzieh- oder Ablagestapel. nicht so bei Tea Garden. Gekaufte Karten kommen direkt auf die Hand. Und das ist auch gut so, weil wir sonst mit unseren vier Startkarten am Anfang jeder Runde schnell an unsere Zuggrenzen kommen. Für die zu kaufenden Karten müssen wir Stärke aufweisen und die Teeblätter und Teekessel, die im braunen Feld am unteren Rand der Karte angegeben sind. Dabei zählen sämtliche Teekessel, die wir im Verlauf der Runde ausliegen haben, was es möglich macht auch Karten mit höheren Anforderungen zu erstehen.

Brettspiel mit bunten Spielfiguren, Ressourcen und Siegpunkt-Übersicht.

Nebenaktionen und freie Aktionen

Besonders beachtenswert bei Tea Garden sind Nebenaktionen und freie Aktionen. Erst durch sie entfaltet sich hier das volle Aroma. Und hier stellt sich auch die Frage, ob es sich lohnt eine Strategie zu verfolgen. Die klare Antwort: Ja! Denn wenn ich es schaffen sollte den gesamten Fluss entlang zu schippern, winken m,ir über 20 Punkte am Spielende. Jeder Durchlauf bei der Tee-Universität gibt mir derer zehn. Und wenn ich es schaffen sollte die maximale Anzahl an Teeschalen in der richtigen Farbzusammenstellung zu sammeln, kann ich auch noch richtig absahnen.

 

Beim Verkauf meines Tees an Karawanen, im Verlauf meiner Flussreise und auch in manchen Abteilungen der Universität finde ich auffallend rote Plättchen mit einer merkwürdigen Figur darauf. Das ist der Kaiser. Als eine meiner freien Aktionen, habe ich die Möglichkeit zwei dieser Plättchen auszugeben, um im Ansehen des wichtigsten Teeconnaisseurs auf der Kaiserleiste emporzusteigen. Das gibt mir die Chance mein Kartendeck auszudünnen und bis zu drei wertvolle Kaiserkarten auf die Hand zu nehmen. Sollte ich es tatsächlich bis ganz nach oben schaffen, winken auch hier wohlverdiente Siegpunkte.

Brettspiel mit Landschaft, Ressourcen und Spielkarten auf einem Tisch.

Für wen ist Tea Garden geeignet?

Tea Garden ist ein Wohlfühlspiel und siedelt sich im mittleren Kennerbereich an. Es gibt schon ein paar Mechaniken und Kniffe zu beachten und obwohl sich die Masse an Symbolen in Grenzen hält, ist vor der ersten Partie hier sicherlich eine Hürde zu erkennen. Denn die Kombination aus Symbolik, den Haupt-, Neben- und freien Aktionen sowie den verschiedenen Schauplätzen verlangt euch ein Bisschen was ab. dennoch ist jede Aktion sehr belohnend und viele Strategien führen zu einer befriedigenden Punkteausbeute.

Runde fünf ist Tea Time!

Runde fünf leutet bei Tea Garden den Endspurt im Kampf um die Siegpunkte ein. Und diese letzte Runde ist leider sehr vorgezeichnet. Denn spätestens hier tauchen die begehrten Karten der Stufe fünf in der Auslage auf. Diese geben euch beim Ausspielen Siegpunkte für alle Teeblätter (grünes Teeblatt = 1 / braunes Teeblatt = 2). Wer seine Teeproduktion bis hierhin nicht maximiert hat, wird es bereuen. Deshalb liegt der Fokus für meinen Geschnack zu stark auf diesen Karten und der damit einhergehenden Teeproduktion.  

Fazit für Tea Garden

Ich bin gekommen wegen dem Autor und bleibe, wegen der guten Zeit, die wir mit Tea Garden hatten. Ja, ich war skeptisch. Aber ich hatte direkt nach der Erstpartie Lust auf eine weitere Runde, weil ich Optimierungspotenzial in meinem Spiel sah. Und auch nach meiner zweiten Runde habe ich das Gefühl noch längst nicht alles perfekt gemacht zu haben. Ja, ich weiß, dass hat man selten, aber bei Tea Garden animiert es mich unmittelbar weiter zu machen. Es ist einfach ein gutes Spiel, wie Bernhard zu sagen pflegt. Einzig das Sammeln der Teeschalen lässt mich noch ein bisschen ratlos zurück, weil es gefühlt im Vergleich zur Schifffahrt und zur Tee-Akademie deutlich abfällt. Auch der Fokus auf Teeproduktion innerhalb der letzten Runde ist mir ein kleiner Dorn im Auge. Ansonsten hat mich Tea Garden aber durchweg überzeugt. Wir odnen es einem anspruchsvollem Kennerspiel zu. 

Tipp vom Kultisten Michael:

Für einen Tipp, der euch bei jeder Partie nach oben katapultiert, fehlt mich nach zwei Partien schlichtweg die valide Erfahrung. Ich glaube Tea Garden macht allen Spaß, die sich darauf einlassen, alles einmal zu versuchen. So könnt ihr in jedem Spiel neue Strategien entdecken, die sich immer belohnend anfühlen. Worauf ihr definitiv achten könnt, (ich habe das in der Erstpartie vollkommen ignoriert) sind die freien Aktionen, die euch im linken oberen Eck eures Spielertableaus angezeigt werden. Ihr könnt Kessel kaufen, zwei Grenzen überschreiten, statt einer oder – und das ist extrem stark – die Nebenaktion eurer Runde erneut durchführen. Das kostet euch zwar Tee, kann sich durch die Boni oder Errungenschaften allerdings oft aufwiegen lassen.

Die Kultistenwertung für Tea Garden

Hat Tea Garden uns überzeugt: Ja! Wird Tea Garden ab sofort rauf und runter gespielt: Nein! Dieses Kennerspiel macht vieles richtig und spielt sich angenehm, erobert mit dem Thema aber keinen Kultstatus.

2–4

SPIELER

12+

ALTER

3.01/5

KOMPLEXITÄT

Diese Kultisten haben Tea Garden gespielt:

 Fabbi

"Weg mit dem Zeuch!" Macht stets Geschäfte mit der Karawane.

Michael

"Wer ist hier abgebrüht?" Ist sich bei Brettspielen selbst der teeste.

Bernhard

"Tea Time My Dear!" Hat Wurzeln im englichen Oberhaus.

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