Erde

In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Kennerspiel/ Familienspiel Erde für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.

Altersempfehlung: Ab 13 Jahren
Spieldauer: 60 - 120 Minuten
Personenanzahl: 1–5 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Wenyi Geng, Gong Studios
Autorin / Autor: Maxime Tardif
Verlag: Lucky Duck Game

Viel Denken, wenig Ärgern!

Erde - Ein Planungsspiel mit ökologischem Hintergrund.

Erde ist ein modernes Engine- und Tableau-Building-Spiel, das stark auf Synergien, Timing und effiziente Ressourcennutzung setzt. Thematisch dreht sich alles um Ökosysteme, Pflanzen und natürliche Kreisläufe – mechanisch erinnert es an eine Mischung aus Wingspan, Terraforming Mars und klassischen Eurogames, jedoch mit eigenem Fokus.

Jeder Spieler baut vor sich eine Landschaft aus Karten auf, die sich gegenseitig verstärken und langfristig Siegpunkte generieren. Zudem muss man um gemeinsame Ziele streiten und möglichst sinnvoll planen. 

Spielmechanik und Ablauf eines Spiels.

Das zentrale Element von Erde ist das gemeinsame Aktionssystem. In jeder Runde wählt ein Spieler eine von vier Hauptaktionen, die er selbst verstärkt ausführt, während alle anderen Spieler dieselbe Aktion in abgeschwächter Form ebenfalls nutzen dürfen.

Die Aktionen drehen sich um:

  1. Karten pflanzen/ausspielen + Karten ziehen
  2. Erde erhalten + Karten kompostieren
  3. Sprossen erhalten + Erde erhalten
  4. Karten ziehen + Pflanzen-Wachstum

Dadurch entsteht ein sehr logisch aufgebautes Spiel ohne lange Downtime. Jeder zieht Karten, spielt sie aus und überdenkt seine weiteren Möglichkeiten. Gefechte oder Ähnliches werdet ihr hier vergebens suchen. Gleichzeitig ist es jedoch entscheidend, wann man welche Aktion wählt, da man den Mitspielern indirekt Vorteile verschaffen kann, wenn man seine Aktionen unklug nutzt, denn jede Aktion von einem selbst lässt den Gegner ebenfalls davon profitieren. Das ist die Grundlage des Spiels. 

Hinzu kommt, dass die Karten selbst eine enorme Vielfalt an Effekten, Sofortboni und dauerhaften Synergien bieten. Wer seine Engine clever aufbaut, kann in späteren Runden beeindruckende Kettenzüge auslösen. Manchmal lockt man so auch seinen Gegner und lässt ihn für dich vorteilhafte Aktionsfelder nutzen. 

Brettspiel mit bunten Spielfiguren auf einem orangefarbenen Spielbrett.

Ökologischer Hintergrund - Kleiner Auszug.

Der ökologische Hintergrund von Erde ist eng mit der Spielmechanik verknüpft. Statt Macht oder Expansion aufzubauen, entwickeln die Spieler ein funktionierendes Ökosystem aus Pflanzen, Lebensräumen und Naturereignissen (z.B.: Überschwemmung, Hagel usw.). 

Die Karten und ihre Synergien bilden Ökosysteme nach. Sie brigen Siegpunkte, lassen dich Bäume pflanzen oder etwas kompostieren. Jede Aktion kann dann vielfältig genutzt werden. Das ist abhängig von dem jeweiligen Aktionsfeld, welches du nutzt. Alles sehr, den natürlichen Abläufen in einem Ökosystem, nachempfunden. So kann man beispielsweise Flora-Karten kompostieren. Die Anzahl an kompostierten Karten kann dann mit weiteren Ökosystemkarten zusammen wirken. So dass man beispielsweise pro kompostierter Karte einen Siegpunkt in der Endabrechnung erhält usw. Alle Effekte versuchen ingesamt natürliche Kontexte zu simulieren.

Zur heutigen Zeit finde ich es immer wieder schön zu sehen, wieviele Zocker Naturspiele spielen. Ich denke, einfach weil es einfach immer interessant ist und man viel lernen kann. Erde ist von allen Naturspielen eins meiner liebsten. 

 

Brettspiel mit bunten Spielfiguren auf einem Weltraum-Themenbrett.

Gestaltung und Material.

Grafisch ist Erde sehr naturverbunden, mit realistischen Illustrationen von Pflanzen und Landschaften. Das Design ist hübsch anzuschauen.. Die Symbolik auf den Karten ist logisch aufgebaut, benötigt aber ein bis zwei Partien Eingewöhnung. Vor allem, wenn man beachten muss welche Karten mit welchen Siegpunktvorraussetzungen zu kombinieren sind. 

Die Kartenqualität ist gut. Der Fokus liegt klar auf der Mechanik, nicht auf opulenter Präsentation, aber die Bilder auf den Karten allein machen ja hier den Reiz aus. Man kann sich richtig vorstellen, wie unser Ökosystem mal aussehen wird bzw. ausschaut. 

Interaktion - Sehr ruhig und angenehm!

Erde schafft ein ruhiges Spielklima am Tisch. Das liegt auch daran, dass man sich nicht wirklich in die Quere kommt. Man spielt höchstens um Karten und kann damit etwas Einfluss nehmen. Die meiste Konkurrenz herrscht um die gemeinsamen Zielkarten. Das ist nett und führt gelegentlich zu Spannung am Brett. Aber ansonsten spielt es sich locker weg. Langweilig ist es dennoch nicht, weil die Synergien teilweise von bestimmten Karten abhängen. Und wenn die auf einmal nicht mehr da sind wirds kniffelig. 

Lieben Gruß an Michael!

Spielbrett mit bunten Spielfiguren und einem zentralen gelben Punkt in orangefarbener Umgebung.

Hohe Wiederspielbarkeit.

Durch die große Anzahl an Karten und variablen Startbedingungen ist der Wiederspielwert hoch. Keine Partie fühlt sich exakt gleich an, und unterschiedliche Engines eröffnen immer neue strategische Wege. Das ist tatsächlich so und kein bloßes Gerede. Erde kann man immer spielen. Abends unter der Woche oder zwischendurch mit den Kids.

Besonders Solo-Spieler profitieren vom ausgefeilten Solo-Modus, der Erde auch allein zu einem starken Erlebnis macht. Mir macht das aber keinen Spaß. Ich will ja Gesellschaft bei Gesellschaftsspielen. 

Fazit für Erde von Skellig Games.

Erde ist ein starkes, modernes Engine-Building-Spiel, das vor allem Kenner und Vielspieler anspricht, aber auch für geduldige Familien-Events geeignet ist. Wer Freude daran hat, komplexe Kartenkombinationen aufzubauen und seine Züge zu optimieren, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Das Spiel ist weniger emotional oder interaktiv als manche Konkurrenten, überzeugt aber dennoch. Ein durchdachtes, strategisches Kennerspiel mit viel Tiefgang – ideal für Spieler, die Optimierung lieben und gerne ihre eigene Engine perfektionieren

 

Vorteile

  • Sehr starkes Engine-Building mit vielen Synergien
  • Geringe Downtime durch gemeinsames Aktionssystem
  • Hoher Wiederspielwert
  • Gut spielbar von Solo bis fünf Spieler
  • Thematisch stimmig umgesetzt

 

Nachteile

  • Geringe direkte Spielerinteraktion
  • Symbolik anfangs etwas erklärungsbedürftig
  • Für Gelegenheitsspieler eher zu komplex
  • Thema spricht nicht jede Spielgruppe an


 

Tipp vom Kultisten Fabi:

Normalerweide habe ich ja tatsächlich einen strategisch guten Tipp auf Lager. Bei dem Kennerspiel Erde jedoch ist es nicht wirklich möglich, da durch den Zufall an gezogenen Startkarten und Zielkarten einfach eine enorme Varianz entsteht. Wer es schafft ein bis zwei Landschaften auszuspielen und die dazu synergetischen Pflanzen spielen kann, der wird in der Endabrechnung seine Vorteile haben. 

Die Karten mit besonders vielen Nutzungsmöglichkeiten (also 3 Farben) sind natürlich immer gut, aber man muss auch gucken, ob man sie braucht. Karten zu spielen, nur um Karten zu spielen, wird nicht mit Erfolg belohnt werden. 

 

Viel wichtiger ist es Erde regelmäßig auf den Tisch zu holen. Für Familien ist es, trotz ökologischem Hintergrund, eher nur eingeschränkt geeignet. Es ist dafür ggf. einfach zu komplex!

1-5

SPIELER

209

BGG-Ranking

2.91/5

KOMPLEXITÄT

Diese Kultisten haben Erde gespielt:

 Fabbi

Rezensent und kompostiert gerne seine Mitspieler!"  

Michael

Schaut sich hier die Radieschen von unten an  

Bernhard

Noch nicht gespielt.

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