Spielcover von "Five Tribes" mit mystischen Figuren und einer orientalischen Stadt im Hintergrund.

Five Tribes: Die Dschinn von Nagala

Five Tribes: Die Dschinn von Naqala ist ein Brettspiel aus dem Jahr 2014 für 2 bis 4 Spieler. Es ist im unteren Kennerspielbereich anzusiedeln und erhielt unter anderem den International Gamers Award 2015. Wir haben uns das Spiel für euch mal angeschaut und bewerten, ob es auch mehr als 10 Jahre nach Veröffentlichung, noch verzaubert.

Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 40 - 80 Minuten
Personenanzahl: 2-4 Spieler
Illustrator: Clément Masson
Autor: Bruno Cathala
Verlag: Days of Wonder

Das Cover des Spiels "Five Tribes" mit orientalischer Architektur und Charakteren.

Na, wen haben wir denn da?

Five wer?

Ichb habe vorher von Five Tribes nicht viel gesehen oder gehört. Das lag vermutlich vor allem daran, dass das Spiel eine Zeit lang out of print war. Darum hab ich mich kurzentschlossen angeschlossen, als meine Spielegruppe in Senden beschlossen hat, das Spiel auf den Tisch zu bringen. Sehr viel Schloss – dabei geht es bei Five Tribes nicht um Schlösser, sondern um Tempel und nicht um Schlossgespenster, sondern um Dschinns. Auf geht's!

Der erste Eindruck:

Ne Menge los in der Wüste!

Ich komme in den Raum und der Tisch ist reich gedeckt, denke ich, als ich Five Tribes zum ersten Mal sehe. 30 Quadrate mit jeweils drei Meepeln in verschiedenen Farben, tummeln sich hier. Dazu noch drei Dschinns und eine Auslage mit Kostbarkeiten und Sklaven. Sklaven? Sklaven! Ja, genau – da haben wir den Faktor, weswegen Five Tribes wohl out of print ist. Denn dem gesellschaftlichen Aspekt, Menschen als Ware feilzubieten oder das Thema Kolonialismus (siehe Mombasa) mit Spielspaß zu verknüpfen, ist zumindest in der Brettspielwelt nicht mehr zeitgemäß. Darüber hinwegzusehen, fällt mir bis zum Ende schwer, weswegen ich der geplanten Neuauflage des Spiels entgegenfiebere und gespannt bin, wie die Thematik anderweitig mechanisch aufgefangen wird.

Brettspiel mit bunten Spielfiguren und Karten auf einem Tisch.

Spielablauf bei Fibe Tribes_

Wenn wir am Zug sind passiert etwas ganz, ganz simples. Wir nehmen uns die Meeple eines Feldes, und setzen sie nacheinander auf das nächste angrenzende Feld ab. Auf dem Feld, auf dem wir den letzten abgesetzt haben, nehmen wir uns diesen und alle anderen Meeple der Farbe, des abgesetzten Meeples in unseren Spielbereich. Mehr nicht.
Ah doch, ein bisschen was kommt schon noch hinzu. Wir können jetzt basierend auf der Farbe der Meeple, die wir genommen haben eine Aktion ausführen.

 

  • Rote Meeple = Meuchelmörder (Wir dürfen einen Meeple in Reichweite oder von einem Gegenspieler aus dem Spiel entfernen)
  • Grüne Meeple = Händler (Wir können uns Karten aus der Auslage nehmen)
  • Blaue Meeple = Baumeister (Wir generieren Münzen, basierend auf Fledern mit blauem Symbol in Reichweite)
  • Gelbe Meeple = Wesire (Bringen am Spielende Punkte)
  • Weiße Meeple = Älteste (Bringen am Spielende Punkte und können die wertvollen Dschinns beschwören)

Durch den Mechanismus des Meeple Movement entstehen ständig neue Konstellationen von Meepeln auf den Quadraten, die uns teilweise wirklich ordentlich grübeln lassen. Herrlich. Apropos Quadrate …


 

Details zu Spielregeln mit Illustrationen, Pfeilen und Symbolen zum Erläutern von Aktionen.
Brettspiel mit bunten Holzfiguren und Spielkarten auf einem Tisch.

Die Wüste ist mein!

Neben den Meepelaktionen, führen wir auch immer die Aktion des Feldes aus, auf dem wir landen. Wir können dann Oasen oder Tempel bauen, Dschinns beschwören oder den Markt besuchen. Darüber hinaus ist es unser Ziel den jeweiligen Wüstenabschnitt in Besitz zu nehmen und unser Kamel darauf zu platzieren. Sollte uns das gelingen, gehören die Punkte für Oasen und Tempel nämlich uns, unabhängig davon, wer das Bauwerk errichtet hat. Unser Kamel platzieren wir immer dann, wenn wir den letzten Meeple vom Abschnitt nehmen. 
Und dann wären da noch die Dschinns, für die wir Älteste opfern müssen und meist auch Sklaven. Sobald wir einen von den Kollegen gefangen haben, gibt er uns die Möglichkeit einmal pro Zug eine Starke Zusatzaktion durchzuführen, sofern wir sie bezahlen können. 

Ein Tisch mit einem Brettspiel, bunten Spielsteinen und Karten in verschiedenen Farben.

Pro und Contra für Five Tribes

Was uns positiv auffällt:

  • einzigartige Worker-Movement-Mechanik
  • interaktiver Kampf um die besten Meeple und den Startspieler
  • modularer Spielaufbau ändert die Voraussetzungen für jede Partie 
  • viele Strategien, um zum Ziel zu kommen
  • schöne Ausstattung mit Palmen, Kamelen und Oasena aus Holz

 

Was uns negativ auffällt:

  • Sklaven als Ressource ist nicht mehr zeitgemäß
  • wimmeliges und unübersichtliches Spielfeld
  • mitunter schwierig einen Zug von vorne zu beginnen

Fazit für Five Tribes

Wow, Five Tribes hat mich überrascht und ist zurecht immer noch in der Top 100 BGG Liste. Was hier Spielmechanisch passiert kenne ich von keinem anderen Spiel und die Tiefe, die der Worker-Movement-Mechanismus in Kombination mit den Fähigkeiten der Meeple-Fraktionen und den Dschinns generiert, ist großes Kino. Einzig an der Optik bzw. den bereits erwähnten menschlichen Ressourcen muss der Verlag arbeiten. Wer weiß, vielleicht muss das Spiel nur kräftig poliert werden, wie eine alte Wunderlampe, damit sich der Zauber von damals in die Gegenwart überträgt. Ich würde mich darauf freuen und dann definitiv zuschlagen. :)

Tipp vom Kultisten Michael:

Five Tribes ist ein Reaktionsspiel, dass die Vorraussetzungen ständig ändert. Als kleinen Anhaltspunkt kann ich allerdings mitgeben, dass weiße und gelbe Meeple schnell vergriffen sind. Besonders in einer vierer Runde. Am Anfang hier einen Fokus zu legen, kann sich lohnen. Vor allem, wenn ihr einen Dschinn in der Auslage seht, der euch in den Kram passt. Um den Startspieler gibt es einen Bietmechanismus. Hier müsst ihr ganz genau abwägen, ob sich der Zug, den ihr als Startspieler vor hättet, auch wirklich lohnt in Hinblick auf die Kosten. 

2–4

SPIELER

95

BGG-Rang

2.84/5

KOMPLEXITÄT

Diese Kultisten haben Five Tribes gespielt:

 Fabbi

Nope

Michael

Kennt jetzt viele Gründe für five Tribes.

Bernhard

Nope

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