
Burgen von Burgund
In dieser Rezension erfährst du, ob sich das Kennerspiel Burgen von Burgund für dich lohnt. Wir schauen uns an, wie schwer das Spiel ist und zeigen dir Vorteile und Nachteile des Spiels auf. Am Ende kannst du sogar noch von unseren Tipps profitieren. Viel Spaß dabei.
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren
Spieldauer: 70 - 90 Minuten
Personenanzahl: 2–4 Spieler
Illustratorin / Illustrator: Julien Delval
Autorin / Autor: Stefan Feld
Verlag: Ravensburger / Alea

Planbrettspiel für ruhige Denker.
Die Burgen von Burgund.
In diesem Strategiespiel übernehmen die Spieler die Rolle von Fürsten im Burgund des 15. Jahrhunderts. Ziel ist es, durch geschickten Ausbau des eigenen Fürstentums möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Diese erhält man unter anderem durch Handel, Viehzucht, Städtebau, Wissenserwerb und das Abschließen von Gebieten auf dem eigenen Tableau.
Nach fünf Durchgängen mit jeweils fünf Runden gewinnt, wer am Ende die meisten Punkte vorweisen kann.
Grundsätzliches.
Jede Runde würfeln alle Spieler gleichzeitig zwei Würfel. Diese bestimmen, welche Aktionen möglich sind. Anders als bei vielen Würfelspielen ist man den Ergebnissen jedoch nicht ausgeliefert:
- Arbeiterchips erlauben es, einen Würfelwert um 1 nach oben oder unten zu verändern.
- Silberlinge ermöglichen zusätzliche Flexibilität, etwa beim Kauf aus dem schwarzen Depot.
Das sorgt für Planbarkeit trotz zufälliger Würfelauswahl. Die Augen der Würfel haben selbstverständlich unterschiedliche Bedeutungen, welche wir euch im Folgenden vorstellen möchten:
Die vier zentralen Aktionen im Detail:
1. Plättchen vom Spielplan nehmen:
Der Spielplan zeigt mehrere Depots mit unterschiedlichen Plättchenarten. Ein Würfelwert bestimmt, aus welchem Depot genommen werden darf.
Wichtig: Das Plättchen landet zunächst nur im eigenen Vorratsbereich. Es wird noch nicht verbaut.
Diese Aktion dient also der Vorbereitung. Wer hier früh wichtige Plättchen sichert, kann spätere Züge gezielt planen.
2. Plättchen im eigenen Fürstentum platzieren
Nun kommt der eigentliche Ausbau. Der Würfelwert gibt an, welches Feld im eigenen Fürstentum bebaut werden darf.
Dabei gelten zwei Regeln:
Das Plättchen muss farblich zur Landschaft passen.
Es muss an ein bereits liegendes Plättchen angrenzen.
Mit jedem platzierten Plättchen wird sofort dessen Effekt ausgelöst.
Typische Effekte:
Minen: Bringen am Ende jedes Durchgangs Silberlinge.
Weiden: Geben Siegpunkte für Tiere. Gleiche Tierarten steigern den Ertrag.
Schiffe: Verbessern die Zugreihenfolge und liefern Waren.
Gebäude: Ermöglichen Sonderaktionen wie zusätzliche Käufe oder sofortige Punkte.
Burgen: Gewähren eine zusätzliche Aktion im selben Zug.
Wissensplättchen: Bringen dauerhafte Boni oder Endwertungen.
Das geschickte Aneinanderreihen dieser Effekte ist der Kern des Spiels.
3. Waren verkaufen:
Ein Würfelwert bestimmt die Warenart, die verkauft werden darf. Alle Karten dieser Art müssen verkauft werden.
Pro Karte gibt es:
- Silberlinge
- 2 bis 4 Siegpunkte (je nach Fortschritt im Spiel)
Diese Aktion ist besonders effektiv, wenn man durch Schiffe zuvor gezielt Waren gesammelt hat.
4. Arbeiterchips nehmen
Unabhängig vom Würfelwert kann man sich mit einer Aktion zwei Arbeiterchips sichern.
Das wirkt unscheinbar, ist aber strategisch enorm wichtig. Mehr Arbeiter bedeuten mehr Kontrolle über zukünftige Würfelergebnisse und das ist natürlich vorteilhaft, wenn nicht gar entscheident.




Spielende und Wertung.
Und das war es dann auch schon. Ein Durchgang endet nach fünf Runden und danach erfolgt die Schlusswertung:
- Jede Mine gibt einen Silberling
- Restliche Waren
- Silberlinge
- Arbeiterchips
- Wissensplättchen
Alles wird in Siegpunkte umgerechnet und derjenige mit den meisten Siegpunkten darf sich als Oberfürst des Burgund bezeichnen.

Wie spielt es sich?
Das Spiel entwickelt schnell einen angenehmen Fluss. Da alle gleichzeitig würfeln, kann man seinen Zug im Voraus planen. Lange Wartezeiten entstehen selten.
Die Interaktion erfolgt hauptsächlich über das Wegnehmen begehrter Plättchen. Besonders wichtige Gebäude oder passende Landschaftsteile sind oft heiß umkämpft.
Mit steigender Erfahrung entstehen immer stärkere Aktionsketten. Eine Burg kann eine Zusatzaktion ermöglichen, die ein Schiff aktiviert, das Waren bringt, die wiederum mit einem Gebäude sofort verkauft werden können. Solche Kombinationen machen den Reiz des Spiels aus.
Fazit für die Burgen von Burgund.
Die Burgen von Burgund überzeugt durch durchdachte Mechanik und strategische Vielfalt. Die Mischung aus Planung, taktischer Anpassung und cleverem Ressourceneinsatz sorgt für anhaltenden Spiel- und Planungsspaß.
Auch wenn das Thema eher funktional bleibt, bietet das Spiel eine hohe Spielsymetrie und überrascht mit angenehmer Competition. Es richtet sich sowohl an ambitionierte Vielspieler als auch an Gelegenheitsspieler, die ein forderndes, aber zugängliches Strategiespiel, Bereich der Kennerspiele, suchen.
Insgesamt ein sehr ausgereiftes Eurogame mit dauerhaftem Wiederspielreiz.
Vorteile:
- Hoher strategischer Tiefgang
- Viele sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten
- Glück gut steuerbar
- Unterschiedliche Tableaus sorgen für Abwechslung
- In allen Spielerzahlen ausgewogen
- Mehrere Wege zum Sieg
Nachteile:
- Thema bleibt mechanisch und wenig atmosphärisch
- Farbgestaltung teils unübersichtlich
- Spielzeit kann zu viert deutlich über 90 Minuten liegen
- Für Einsteiger anfangs viele Optionen gleichzeitig
Tipp vom Kultisten Fabbi:
Am Anfang lohnt es sich besonders, kleinere Gebiete schnell fertigzubauen, weil man in den ersten Runden dafür noch richtig viele Bonuspunkte bekommt. Das kann einen guten Vorsprung bringen. Bei den Tieren ist es schlau, gleiche Sorten zu sammeln und auf einer Weide zu bündeln. So holt man mehrfach Punkte raus und nutzt die Wertung besser aus. Minen sollte man möglichst früh ins eigene Fürstentum legen, weil sie regelmäßig Silberlinge bringen. Mit genug Geld bleibt man flexibel und kann sich wichtige Plättchen sichern. Schiffe wirken erst unscheinbar, sind aber sehr stark. Sie verbessern die Zugreihenfolge und liefern zusätzliche Waren, was neue Möglichkeiten eröffnet. Arbeiterchips sollte man nicht sofort verbrauchen, sondern gezielt einsetzen, wenn ein Würfelwurf wirklich nicht passt. Insgesamt ist es wichtig, anpassungsfähig zu bleiben. Eine feste Strategie funktioniert selten bis zum Ende, weil sich das Angebot ständig ändert und die Mitspieler einem immer wieder Plättchen wegschnappen können. Das ist allerdings auch super, da dadurch keine perfekte Strategie möglich ist...höchstens eine Optimierung der Grundvoraussetzungen.

2–4
SPIELER
12+
ALTER
2.8/5
KOMPLEXITÄT
Diese Kultisten haben Burgen von Burgund gespielt:
Fabbi

Überzeugt von seiner Weidetierstrategie.
Michael

Rührt wieder mal in allen Pötten..
Bernhard

Unser Oberfürst.



